Wie kann man Mundgeruch bei sich selbst feststellen?

Zugegeben, die einfachste und sicherste, zugleich jedoch peinlichste Möglichkeit, vom eigenen Mundgeruch zu erfahren, sind die negativen Reaktionen der Mitmenschen. Da freilich unter erwachsenen Menschen eine gewisse Contenance und Zurückhaltung besteht, kann der Betroffene unter Umständen gar nichts von seinem Problem erfahren – und zugleich seine Umgebung damit belasten. Letztlich verschlimmert sich der Mundgeruch immer mehr und eine Begegnung mit anderen wird für diese zur echten Qual.


Normalerweise nehmen Menschen den eigenen Körpergeruch eher schwach, wenn überhaupt wahr. Wir sind schlichtweg an die eigenen Aromen gewöhnt, nur bei außergewöhnlicher Note, etwa nach dem Sport oder sonstiger körperlicher Anstrengung bemerken wir die entsprechenden Ausdünstungen. Das gilt für Schweiß, Blähungen oder auch der Geruch von Ausscheidungen. Gerüche hingegen, die unserem Mund entströmen, sind schwieriger wahrzunehmen. Das hat vermutlich einen recht einfachen Grund: Unsere Atmung ist ein permanent ablaufender Prozess, für den sich die eigene Nase kaum mehr interessiert. Der Geruchssinn spricht nur auf Veränderungen in der Konzentration der üblichen Duftstoffe an, mehr nicht.


Hin und wieder, etwa nach schwerem Essen oder Alkoholgenuss, steigt uns trotzdem die eigene Note in die Nase – und wir bemerken, dass im Körper außergewöhnliche Prozesse ablaufen.


Liegt die Ursache für den schlechten Atem jedoch im Zahnbereich oder sonstig in der Mundhöhle verborgen, lässt sich dies sehr oft durch Hilfsmittel oder eben durch die Nase des Mitmenschen zu bemerken. Zudem gibt es mittlerweile recht praktische Geräte zur Messung des Schwefelgehalts in der Atemluft.


Mundgeruch Selbsttest – So stellst du fest, ob du Mundgeruch hast


Wer den Test zunächst einmal im Privaten durchführen will, sollte einmal über den Handrücken lecken, den Speichel trocknen lassen und daran riechen. Auch eignet sich zur Entnahme einer kleinen Menge Zungenbelag der Einsatz eines Wattestäbchens oder eines Teelöffels. Damit wird freilich nur der Zungenbelag selbst untersucht, der bei jedem Menschen mehr oder weniger unangenehm riecht – je nach Ernährung und Lebensstil. Die viel intensiver stinkenden Bakterienkulturen zwischen den Zähnen oder in den Taschen des Zahnfleisches werden dadurch nicht entdeckt – für eine solche Diagnose hilft nur die Leihnase oder eine sogenannte Gaschromatographie mittels eines Halimeters.


In früheren Zeiten gab es für die Ärzteschaft kaum technische Hilfsmittel, sie mussten sich stets auf die eigene Nase verlassen. Kein besonders angenehmer Dienst am Patienten – und gerade deshalb auch oft vernachlässigt. Heutzutage erledigen die genannten Halimeter diese Aufgaben, moderne Labortests können Aufschluss über alle möglichen Erkrankungen geben. So riecht Lungenkrebs nach Eiter und Diabetiker haben oft einen sehr fruchtigen Atem.


Da es jedoch in Deutschland nur sehr wenig Fachliteratur zum Thema und kaum Fortbildungen gibt, besteht auch weiterhin eine gewisse Scheu unter den Medizinern. Oft wird auch mancher Entzündungsherd mit Antibiotika bekämpft, die zum einen die viel beschriebene Toleranz auslösen kann, zum anderen aber sehr wohl für Mundgeruch verantwortlich sein kann. Auf einem offenen Gespräch und einer intensiven Untersuchung zu bestehen, ist für Betroffene unbedingte Pflicht. Verweigert sich der Arzt diesem Anliegen oder ist er ganz offenbar mit einer vorschnellen Diagnose bei der Hand, empfiehlt sich der Gang zu einem anderen Mediziner. Schließlich ist Mundgeruch eine wirkliche Belastung für die Betroffenen und kann auf tatsächlich ernsthafte Erkrankungen hinweisen.

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